W – “Frei lieben – ehrlich bleiben? Gestalttherapeutische Annäherungen an Polyamorie und alternative Beziehungsmodelle“

Samstag, 16.05.2026, 10.45 – 12.15 Uhr
Workshop
Polyamorie, offene Beziehungen, Freundschaft Plus und andere alternative Beziehungsmodelle gewinnen zunehmend gesellschaftliche Sichtbarkeit – und werfen zugleich komplexe Fragen nach Verantwortung, Kontaktqualität, Ehrlichkeit und Augenhöhe auf.
In der gestalttherapeutischen Praxis begegnen uns dabei oft die Brüche: Der Wunsch nach Freiheit, Ausbrechen aus traditionellen Beziehungen oder die Lust am Experiment.
Auf der anderen Seite unausgesprochene Erwartungen, Eifersucht, Machtungleichgewichte oder verletzte Grenzen.
Dieser Workshop lädt zu einer erfahrungsbasierten Auseinandersetzung mit dem eigenen therapeutischen Erfahrungs-Feld ein: Welche Resonanzen, Bewertungen oder Unsicherheiten tauchen in mir auf?
Wie kann ich Klientinnen in Beziehungsformen begleiten, die sich Normen entziehen – ohne zu idealisieren oder zu moralisieren? Wie könnte das Thema in der Ausbildung von Gestalttherapeutinnen und Gestaltberater*innen vermittelt werden?
Gestalttheoretische Konzepte wie Kontaktgrenze, Selbstfunktion und Feldverflechtung bilden dabei die Grundlage für Selbsterfahrung, Dialog und Reflexion.
Ziele:
- Reflexion eigener Haltungen und Kontaktgrenzen
- Auseinandersetzung mit typischen Herausforderungen polyamorer Beziehungspraxis
- Übertragung auf die therapeutische Arbeit mit Paaren und Einzelklient*innen
- Relevanz alternativer Beziehungsmodelle in der Ausbildung erkennen
- Zielgruppe: Gestalttherapeut*innen und Ausbildungsteilnehmende
Frank Köhler
Gestalttherapeut DVG, Institutsleiter des Hamburger Instituts für Gestaltorientierte Weiterbildung (HIGW), Vorstand der Deutschen Vereinigung für Gestalttherapie (DVG).
Langjährige Praxis als Therapeut, Supervisor, Lehrtherapeut und Ausbilder.